Bundesliga-Damen feiern Klassenerhalt

Mit einem unerwartet klaren 7:2-Erfolg über den TEC Waldau Stuttgart konnte die 12. Bundesligasaison für den TC ZWS Moers 08 doch noch versöhnlich abgeschlossen werden. Dabei hatte am Freitag nach der Niederlage gegen ETUF Essen alles nach einem möglichen Abstieg ausgesehen. Dementsprechend war den 08-Damen auch die Nervosität bereits vor dem Spiel anzumerken. Doch diesmal hatte Moers das Glück, welches in den vergangenen Partien häufig fehlte. Patricia Mayr-Achleitner konnte an Pos. 2 den 1. Punkt für 08 sichern, profitierte aber beim Sieg von der Aufgabe der Stuttgarterin Yvonne Meusburger. Meusburger hatte eine fiebrige Erkältung und konnte das Match daher nicht beenden. Ein unverhoffter Punkt, da man auf Moerser Seite wusste, dass Meusburger nicht unbedingt die Lieblingsgegnerin von Patricia ist. An Pos. 4 hatte man sich von Stana Hrozenska einen Punkt erhofft. Doch die überraschend starke Eva Hrdinova holte sich den 1. Satz sicher mit 6:2. Im 2. Satz konnte Stana dann deutlich besser dagegenhalten, doch gegen die großgewachsene und aufschlagstarke Hrdinova war ein Break fast nicht möglich. Daher musste hier der Tiebreak entscheiden. Und den dominierte Hrdinova eindeutig und sicherte Stuttgart den 1:1-Ausgleich. Doch 08 zog direkt in Form von Marrit Boonstra (Pos. 6) nach. Gegen die deutsche Laura Schaeder spielte Marrit einen Satz lang fehlerfrei und gab bis zum 6:0 und 2:0 kein Spiel ab. Die Nervosität konnte Marrit jedoch nicht ablegen und ließ Schaeder wieder besser ins Spiel kommen. Die Entscheidung zu Gunsten von Marrit fiel beim Stand von 4:3, als ihr das vorentscheidende Break zum 5:3 gelang. Dies ließ sich Marrit nicht mehr nehmen und sorgte für den 2:1-Zwischenstand. Auf dem 1. Platz schien Laura Pous Tio (Pos. 1) gegen die Stuttgarterin Kirsten Flipkens (WTA 21) vor einer schier unlösbaren Aufgabe zu stehen, zumal mehr als 200 Plätze auf der Weltrangliste zwischen den beiden liegen. Flipkens spielte dann im 1. Satz souverän auf, so dass Laura mit 3:6 den Kürzeren zog. Anfang des 2. Satzes nahm das Drama für Stuttgart seinen Lauf. Flipkens verletzte sich so schwer am Knie, dass sie nicht nur das Match aufgeben musste, sondern sogar ihr Wimbledonstart gefährdet ist. Den Druck verspürte an Pos. 3 auch Michaela Honcova. Bis zum 5:2 hatte sie mit Lina Stanciute wenig Probleme, ließ sich aber von den Ereignissen auf dem Centre Court etwas ablenken, zumal sie der Meinung war, dass Laura verloren hatte. Prompt verlor sie den Satz noch mit 5:7, ehe Couch Jens Janssen wieder beruhigend auf Michaela einwirken konnte. Der 2. Satz war dann mit 6:2 eine klare Angelegenheit für Michaela. Damit musste sie im 6. Spiel zum 5. Mal in den Match-Tiebreak. Dieser war an Spannung kam zu überbieten. Die Punkte hielten sich die Waage und bei 9:8 hatte Michaela dann Matchball und konnte einem wirklich leid tun, als sie diesen vergab und mit 9:11 doch noch verlor. Damit lastete der ganze Druck auf Elke Lemmens an Pos. 5. Denn einen 4. Punkt wollte man angesichts der Doppelstärke der Stuttgarter unbedingt haben. Elke spielte gegenüber dem ETUF-Spiel deutlich verbessert auf und gewann den 1. Satz mit 6:3 gegen Laura Schaeder. Im 2. Satz lieferten sich die beiden unglaublich lange Ballwechsel. Elke versuchte die starke Vorhand Schaeders auszuschalten und spielte konsequent auf deren Rückhand. Dieses taktische Mittel sollte sich auszahlen, denn am Ende war Schaeder entnervt und Elke sicherte mit 6:4 den 4. Moerser Punkt. Die Chancen auf den Klassenerhalt waren durch das 4:2 nach den Einzeln wieder deutlich gestiegen.

Die Doppelaufstellung war schnell gefunden. Die erfolgreiche Variante von ETUF Essen mit Patricia/Elke, Laura/Marrit und Michaela/Stana sollte den Erfolg bringen. Doch auch hier spielte das Pech der Stuttgarter dem 08-Team in die Karten. Da Stuttgart nur noch eine Ersatzspielerin dabei hatte, mussten sie das 1. Doppel kampflos abgeben, so dass Moers den Klassenerhalt bringenden Punkt bereits auf dem Konto verbuchen konnte. Entsprechend gelöst war die Stimmung bei den Spielerinnen und den Moerser Fans. Dennoch wurden die beiden anderen Doppel gespielt und die zahlreichen Zuschauer konnten sich über mangelnde Spannung wirklich nicht beklagen. Beide Moerser Doppel verloren den 1. Satz knapp im Tiebreak, konnten aber kontern und jeweils den 2. Satz für sich entscheiden. Michaela und Stana ließen dann gegen Schmid und Schaeder nichts mehr anbrennen und holten den 6. Moerser Punkt. Deutlich spannender ging es da bei Laura und Marrit im Match-Tiebreak zu. Die beiden kämpften sich nach klarem Rückstand (1:5) wieder ins Match und schienen dennoch den Kürzeren zu ziehen. Bei 7:8 vergab Marrit einen ganz sicheren Volley und bescherte Stuttgart damit 2 Matchbälle. Marrit hatte sich aber anscheinend für das Doppel viel vorgenommen. Beide Matchbälle wurden von ihr abgewehrt und bei 10:9 gab es sogar den Matchball für Moers. Und was machte Marrit. Sie spielte auf einmal Serve und Volley und beendete das Match mit einem tollenVolleypunkt.  Überglücklich riss sie die Arme hoch und ließ vom Publikum feiern. Danken muss man hier auch unserem Physiotherapeuten Jörn Becker, der durch seine optimale Betreuung den Einsatz der Spielerinnen über die gesamte Spielzeit sicherstellte.

Mit diesem 7:2-Erfolg wird es auch das 13. Bundesligajahr in Moers geben. Am Ende belegt Moers sogar noch vor Stuttgart Platz 4. Absteigen müssen ETUF Essen und BASF Ludwigshafen. Deutscher Meister ist wiederum der TC WattExtra Bocholt, dem wir hiermit herzlich gratulieren. Bocholt setzte sich souverän in Ratingen mit 5:1 durch (die Doppel wurden nicht mehr gespielt).

Ergebnisse

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